
Foto: www.super-urban.de | Enver Hirsch
Betrieb der Geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße eingestellt
Am heutigen Mittwoch sind die beiden letzten Jugendlichen aus der Geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße (GUF) entsprechend ihrem Hilfeplan in andere Jugendhilfemaßnahmen gewechselt.
darüber informiert die Pressestelle des Senats am 12.11.2008
Erziehung ist nur in Freiheit möglich
Zwanzig Jahre gab es in Hamburg keine geschlossene Unterbringung für Kinde und Jugendliche. Nun hat der Senat 2003 wieder ein geschlossenes Heim geschaffen. Wir halten diesen Schritt für falsch. Geschlossene Heime verschärfen die Probleme, die sie lösen sollen. Sie sind Symbol für eine Politik der Härte gegenüber "schwierigen Jugendlichen.
Daher unterzeichneten 47 Organisationen der Jugendhilfe eine Erklärung, um sich gegen die Wiedereinführung der geschlossenen Unterbringung auszusprechen. Das "Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung" ist aus dieser Initiative hervorgegangen. Gemeinsam streiten wir für eine humane Erziehung, die ohne Freiheitsentzug auskommt.
Warum geschlossene Unterbringung der falsche Weg ist
- Freiheitsentzug verschärft die Probleme, die er lösen soll
- Geschlossene Unterbringung ist in der Praxis gescheitert
- Geschlossene Unterbringung ist teurer als ein Luxushotel
- Jugendhilfe darf Kinder und Jugendliche nicht "abschieben"
- Aufgabe der Jugendhilfe ist Erziehung, nicht Bestrafung
- Das Prinzip "Erziehen statt Wegsperren" ist erfolgreich
Unser Vorschlag: Ein Kooperations-Pool
Erfahrene Pädagogen und Erzieher der Hamburger Jugendhilfeeinrichtungen bündeln ihr Know-how künftig in einem Kooperations-Pool. Die wenigen besonders "Schwierigen" werden hierher gemeldet, und die Expertengruppe entwickelt umgehend die passende Reaktion: Gibt es Erzieher, die schon einmal mit einem ähnlichen Fall zu tun hatten? Gibt es eine Wohneinrichtung, deren Zielsetzung auf diese Jugendlichen besonders passt? Können zwei Pädagogen aus unterschiedlichen Einrichtungen zusammengebracht werden, um für einen bestimmten Zeitraum zu kooperieren? Das bedeutet unter Umständen auch, dass ein Jugendlicher zwei Wochen rund um die Uhr nicht aus den Augen gelassen wird. Es gibt also Alternativen. Wenn wir wollen, können wir sie gleich morgen erproben. Alle 47 Organisationen, die die Erklärung gegen die Wiedereinführung der geschlossenen Unterbringung unterzeichnet haben, bieten sich als Partner für den Verzicht auf Freiheitsentziehende Maßnahmen gegen Kinder und Jugendliche an.
Info-Poster
Mit Argumenten gegen die Geschlossen Unterbringung auf der Rückseite. Das Poster ist leider vergriffen und kann nicht mehr bestellt werden
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