Geschlossene Heime sind keine Lösung

Sperren Sie etwa Ihre Kinder ein?

Kinder und Jugendliche dürfen in ihren Menschenrechten nicht verletzt werden

Das gilt immer und überall, auch in Heimen. Und doch passiert es, wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen. Dabei wissen alle Fachleute: Erziehung kann nur mit den Kindern und Jugendlichen gelingen, niemals gegen sie. Geschlossene Unterbringung ist nicht nur eine Verletzung von Menschenrechten, sondern auch unsinnig, weil sie das Gegenteil von dem erzeugt, was sie angeblich erreichen will: eigenständiges und verantwortliches Handeln.

Und was ist mit den vermeintlich „aussichtslosen Fällen“, werden wir oft gefragt. Gerade die so stigmatisierten jungen Menschen haben ein Recht darauf, unterstützt zu werden. Dass dies gelingen kann, zeigen 20 Jahre von 1982 bis 2002 in Hamburg ohne geschlossene Heime und aktuell die Koordinierungsstelle Individuelle Unterbringung in Hamburg. Seit ihrem Bestehen im April 2014 konnte sie jede geplante geschlossene Unterbringung verhindern, indem sie zusammen mit den betroffenen Menschen sinnvolle Alternativen gefunden und entwickelt hat.

Wir als Fachleute streiten dafür, die Geschlossene Unterbringung in Deutschland ersatzlos abzuschaffen. Erziehung ist nur in Freiheit möglich.


Am Freitag, den 4. März 2022 veranstalten das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung und der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg in Kooperation mit der Universität Hamburg eine ganztägige Fachtagung  unter dem Motto „Konflikte um Heimerziehung und Einschluss heute – ‚Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim – heute noch?” zu der wir hiermit herzlich einladen möchten. Veranstaltungsort wird das Gebäude der Fakultät für Erziehungswissenschaft sein (Von-Melle-Park 8, Nahe S Dammtor).

Damit setzen wir die Tagungsreihe „Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim“ fort, die im Februar 2018 mit der „Zeitreise durch 70 Jahre Heimgeschichte“ begonnen wurde und knüpfen an die jüngsten kritischen Auseinandersetzungen um repressive Pädagogik und Praxen des Ausschlusses von Kindern und Jugendlichen an – zuletzt im Rahmen des „Tribunals“ über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung im Oktober 2018. Dass diese Auseinandersetzung weiterhin hohe Aktualität hat, wird nicht zuletzt daran deutlich, dass der Hamburger Senat derzeit am Standort Klotzenmoorstieg eine neue Jugendhilfeeinrichtung mit geschlossenen Elementen plant, die 2025 in Betrieb gehen soll.

Im Rahmen der Tagung werden sowohl die Perspektiven von Jugendlichen und ehemals von geschlossener Unterbringung Betroffener als auch die von Fachleuten mit einer Praxis der Vermeidung von Einschluss sowie von Wissenschaftler*innen zur Geltung kommen.

In Form von Workshops wird es zudem die Möglichkeit zum Austausch zu verschiedenen Aspekten von Einschluss und Heimerziehung sowie zur (überregionalen) Vernetzung geben.

Vorläufiger Ablaufplan:

9:15 Uhr                      Begrüßung

9:30 – 11:00 Uhr         Die Jugendlichen sprechen (u.a. mit Aktiven von MOMO – The Voice of Disconnected Youth, ehem. Haasenburg-Insassen, Care-Leaver-Netzwerk)

11:00 – 11:30 Uhr       Pause

11:30 – 13:00 Uhr       Die Fachleute aus der Praxis sprechen (u.a. mit Vertretern des ASP Wegenkamp e.V., der Werkstatt Solidarität Essen, des KIDS sowie der Koordinierungsstelle individuelle Hilfen Hamburg)

13:00 – 14:00 Uhr       Mittagspause

14:00 – 16:00 Uhr       Workshops (1. Widerstand Betroffener; 2. Alternative Umgangsweisen; 3. Zur geplanten „hochstrukturierten“ Einrichtung am Klotzenmoor­stieg in Hamburg; 4. Bundesweite Vernetzung; 5. „Open Space“, 6. UN-Kinderrechtskonvention und freiheitsentziehende Maßnahmen und ggf. weitere Workshops)

16:00 – 16:30 Uhr       Pause

16:30 – 18:00 Uhr       Stimmen aus der Wissenschaft (mit Prof. Dr. Christian Schrapper (Universität Koblenz) und Judith Feige (Deutsches Institut für Menschenrechte))

18:00 Uhr                    Gemeinsamer Ausklang

Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben.

Für die Planung bitten wir um eine Anmeldung über https://www.conferences.uni-hamburg.de/event/225/

Für Rückfragen: kontakt@geschlossene-unterbringung.de

Mit besten Grüßen,
Tilman Lutz und Florian Muhl für den Kreis der Organisator*innen


Über diese Homepage:

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen des Bundesweiten Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung. Wir sind jetzt bundesweit engagiert und vernetzt und ergänzen fortwährend Informationen zu den verschiedenen Bundesländern, die oben im Hauptmenü anklickbar sind. Alle Interessierten sind eingeladen mitzumachen.

Um den Zugang zu erleichtern, sind im Folgenden Hinweise zum Aufbau der Homepage zu finden. Im Einzelnen:

Auf der Seite “Über uns” finden Sie einige Grundsatz-Texte des Aktionsbündnisses, z.B. “Warum geschlossene Unterbringung der falsche Weg ist”. Unter “Archiv” ist dort ein Abbild der Homepage des Hamburger Aktionsbündnis auf dem Stand Januar 2014 zu finden.

Unter Kontakt findet sich eine E-Mail Adresse des Aktionsbündnis. Einige Regionalgruppen bieten für das jeweilige Bundesland und ihre Treffen eigene Kontaktadressen an.

Über die Kategorienliste in der rechten Spalte (unten) der Seite können Beiträge gezielt sortiert werden oder mit der Suchfunktion (oben rechts) mit Stichworten gesucht werden.

Unter “Termine”  sind die jeweils nächsten Termine der Treffen der verschiedenen Aktionsbündnisse in den verschiedenen Bundesländern zu finden, teilweise sind diese regionalen Termine auch unter den jeweiligen Bundesländern zu finden.  Interessante Hinweise zu Veranstaltungen sind in einem Untermenü.

Auf der Seite “Statements gegen gegen geschlossene Unterbringung” sind in alphabetischer Reihenfolge Stellungnahmen von Betroffenen und anderen Fachleuten (Sozialarbeitern, Pädagogen, Erziehern, …) gegen die geschlossene Unterbringung nachzulesen.

Über die Seite “Materialien” sind Hinweise auf relevante Veröffentlichungen zu finden und dieses Video eines TAZ-Salons 2015 mit einigen Akteuren in diesem Bündnis. In einem Unterordner finden sich “Aktuelle Materialien”

Unter Literatur finden sich Buchveröffentlichungen zu dem Thema.

Auf der Seite “Rechtshilfefonds” sind Informationen zur Inanspruchnahme aus Mitteln des Rechtshilfefonds im Zusammenhang mit Konflikten zu einer bestehenden oder angestrebten Geschlossenen Unterbringung zu finden.

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