Treffen des Hamburger Aktionsbündnis’ gegen geschlossene Unterbringung

Das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung in Hamburg trifft sich ca. alle sechs Wochen (um 18h)

Nächstes Treffen ist am 19.7.2022 – 18 Uhr – Von-Melle-Park 8, Raum 05 (EG)

Die Treffen (je nach Lage auch online) sind offen für Interessierte. Wir würden uns jedoch über eine Ankündigung per Mail freuen.

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Vortrag zum Rechtsgutachten „Freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringung nach § 1631b BGB in der Kinder- und Jugendhilfe

Online-Veranstaltung: Vortrag & Diskussion zum Rechtsgutachten „Freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringung nach § 1631b BGB in der Kinder- und Jugendhilfe“ am 28.09.2022
Immer wieder gibt es in der Kinder- und Jugendhilfe Diskussionen um freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringungen.  – Aber inwiefern sind solch massive Eingriffe in die Freiheitsrechte junger Menschen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe rechtlich überhaupt zulässig? Und unter welchen Voraussetzungen sind sie es nicht? Wie können Betroffene gegen Freiheitsentzug in der Kinder- und Jugendhilfe vorgehen?
In dieser Online-Veranstaltung wird Prof. Dr. jur. Janssen  wesentliche Inhalte aus ihrem Rechtsgutachten „Freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringung nach § 1631b BGB in der Kinder- und Jugendhilfe“ vorstellen.

… mehr Informationen und ANMELDUNG unter diesem LINK zum Sondernewsletter der Bundeskoordinierungsstelle Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe

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Lasst den Klotzenmoor Klotzenmoor sein (von Thomas Zurborg)

Während der Fachtagung “Wenn Du nicht brav bist, dann kommst Du ins Heim” am 04.03.2022 in der HAW Hamburg wurden in einem Workshop zur geplanten Einrichtung in Hamburg “am Klotzenmoorstieg” Alternativen diskutiert, die das Thema geschlossene Unterbringung obsolet machen.

Thmas Zurborg hat die hier downloadbare Stellungnahme dazu verfasst. Darin heißt es u.a. :

“Wenn wir es schaffen, schon vorhandene gute Soziale Arbeit für herausfordernde Kinder weiter zu etablieren bzw. die schon vorhandenen, in Einzelfällen erfolgreichen Interventionen zu einem Gesamtkonzept auszubauen, wird geschlossene Unterbringung hinfällig. Schon im Workshop wurden hier gute Ideen benannt, wie die belasteten Beziehungen von Jugendlichen mit Betreuern in konkreten Stresssituationen entlastet werden können, als Stichwort wurde der Begriff Jugendhotel genannt, in dem Junge Menschen zeitweise quasi „Urlaub“ von den Betreuern machen können und umgekehrt.
Es ist, mindestens im Kontext Gewaltprävention bereits gängige Praxis, hoch auffälligen Jugendlichen Soziale Arbeit anzubieten, statt sie wegzuschließen. So konnten verschiedene Kinder durch das Zusammenwirken von Fachleuten wieder in Regelsysteme integriert werden, ohne Zwang auszuüben.
Wichtig ist der Aspekt, dass die betroffenen Kinder nicht Schuld sind an ihrer widerständigen Art, sondern das der Widerstand eine im Grunde ganz normale, gesunde Antwort auf nicht vorhandene oder ambivalente Bindungen zu den oft getrennten, mit Sucht- oder Gewaltproblematiken beladenen Eltern und z.T. jahrelangen Beziehungsabbrüchen im Hilfesystem sind.
Soziale Arbeit muss hier an den (noch) vorhandenen Ressourcen ansetzen, muss Beziehungen
anbieten und halten. So kann es sinnvoll sein, einem Kind oder Jugendlichen unabhängig von seinem Wohnort eine Betreuer*in an die Hand zu geben, der/die den jungen Menschen auch dann weiter betreut, wenn es wieder zu einem Abbruch oder Unterbrechung der Unterbringungsform kommt. Diese*r kann dann als „roter Faden“ der Verlässlichkeit im Hilfesystem agieren.”

… “Energie, Konzepte und Geld sollten in die Wiederherstellung tragfähiger sozialer Strukturen fließen statt in den teuren Neubau eines fachlich unsinnigen Projekts.”

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Aktuelle Berichterstattung zur geplanten Einrichtung am Klotzenmoorstieg im NDR

Dieser kurze Fernseh-Beitrag im NDR (Hamburg Journal) am 18. April 2022 berichtet über die Planungen des Hamburger Senats, eine neue Einrichtung Am Klotzenmoorstieg im Hamburger Stadtteil Groß Borstel an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Psychiatrie zu errichten, in der mit freiheitsentziehenden Maßnahmen gearbeitet werden soll.

Fachleute, Fachverbände, der Hamburger AKS und das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung lehnen diese Pläne ab und setzen sich für den Ausbau sozialräumlicher Unterstützungsangebote ein. Gegen Ausschluss durch Einschluss!

Im NDR-Beitrag kritisiert u.a. Christian Schrapper diese Pläne der Hamburger SPD/Grünen Koalition: “Dass nun die momentane Koalition auf die Idee kommt, eine baulich geschlossene Einrichtung in Hamburg zu errichten, da kann ich schwerlich entdecken, dass sie Anschluss nimmt an zentrale Ergebnisse der Enquete-Kommission.”

Christian Schrapper war der Vorsitzende der genannten Hamburger Enquete-Kommission „Kinderschutz und Kinderrechte weiter stärken: Überprüfung, Weiterentwicklung, Umsetzung und Einhaltung gesetzlicher Grundlagen, fachlicher Standards und Regeln in der Kinder- und Jugendhilfe – Verbesserung der Interaktion der verschiedenen Systeme und Akteurinnen und Akteure“. Sie legte im Dezember 2018 ihren Abschlussbericht vor.

Die Fraktion DieLinke in der Hamburger Bürgerschaft legte dazu einen Minderheitsbericht vor, in dieser Broschüre ausführlich kommentiert.

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Wenn Konzepte nicht reformierbar sind, muss man sie abschaffen!

Zum Download: Zwang und Freiheit als Themen der stationären Kinder- und
Jugendhilfe – Reflexionen der „Regionalgruppe Hessen“ des Aktionsbündnisses gegen Geschlossene Unterbringung

Ein Theaterspiel in 3 Akten

Exposition
„Taktik bedeutet, das zu tun, was man kann, mit dem, was man hat. In der Welt des Gebens und Nehmens ist Taktik die Kunst des richtigen Gebens und Nehmens. Wir wollen uns hier mit der Taktik des Nehmens beschäftigen, nämlich wie die Ausgebeuteten den Herrschenden und Besitzenden Macht nehmen.
Um ein wenig zu veranschaulichen, was Taktik ist, wollen wir das Gesicht nehmen (…).
Zunächst die Augen: Wenn man eine (..) mitgliederstarke Basisorganisation aufgebaut hat, kann man damit sichtbar vor dem Gegner protzen und offen die eigene Macht demonstrieren.
Nun die Ohren: Falls die Organisation noch klein sein sollte, muss man das tun, was Gideon tat – verheimliche die Zahl der Mitglieder, aber versuche einen Lärm und ein Geschrei, dass die Zuhörer glauben, deine Organisation sei größer, als sie tatsächlich ist.
Schließlich die Nase: Falls deine Organisation zu klein sein sollte, um Krach zu schlagen, verbreite überall einen Gestank wie die Pest.
Erinnere dich immer an die erste Regel der Machttaktiken: Macht ist nicht nur das, was du besitzt, sondern das, von dem der Gegner meint, dass du es hast.“
(von Saul Alinsky, Call Me A Radical S.158)

Konfrontation
„Als ich drei Tage fixiert war, war es schlimm für mich. (…) Sie wollten mich brechen. Ich wehrte mich.
Nach dem ersten Tag war ich noch bockig. Die Erzieher kamen immer mal wieder rein und haben versucht, Macht zu demonstrieren. Ich hatte Hunger. Ich beleidigte sie, als das, was sie waren, Monster. Am zweiten Tag war der Hunger so schlimm, dass ich teilweise nachgab. Sie ließen eine Hand frei, damit ich essen konnte. (…) Sie verlangten Zwangssport. Ich weigerte mich. Sie halfen mir nach, um erzwungene Kniebeuge zu simulieren. Ich ließ mich auf den Boden fallen. Ich schrie sie an, sie sollen mich nicht anfassen. Ich trat nach den Erziehern. Ich wurde wieder fixiert.
Sie eskalierten die Situation (…) so oft, dass ich nicht genau beziffern kann, wie oft ich fixiert und defixiert wurde. In den drei Tagen war ich ungefähr zwölf Stunden nicht fixiert gewesen. (…) Es war ein Marathon.“ (Renzo, in: Dressur zu Mündigkeit, S. 69)

Stufe 0: „Ein Hangaround (…) muss um 20 Uhr im Haus sein (…). Der Jugendliche (..) darf keine Heimfahrt antreten. Der Kontakt zu der Familie wird auf ein Minimum begrenzt (…).
Stufe 1: „Ein Prospect bekommt abends 100 Gramm Süßes. Voraussetzung (..): 65 Punkte bei der Betreuerwertung der Vorwoche. Ab Stufe 1 kann Exklusivzeit in Anspruch genommen werden.“
Stufe 2: „Ein Prospect First-Class darf (..) ein Mal im Monat bei Externen übernachten. Pflicht um die nächste Stufe zu erreichen: Er muss 10 Stunden für die Gruppe arbeiten.“
Stufe 3: „Als Würdigung (..) der Tatsache, dass ein Jugendlicher die Stufe 3 Member erreicht, findet ein Essen mit allen (..) in einem Restaurant statt. Dabei werden (..) im feierlichen Rahmen eine Urkunde, ein Geschenk mit Gravur und ein symbolischer Schlüssel übergeben.“ (aus dem Konzept des Jugendhof Pohl Göns e.V.)

Auflösung
„Die Kritik der [Geschlossenen Unterbringung] endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ (Frei nach Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie; MEW 1, S. 385)

Abspann
In Hessen gibt es eine geschlossene Unterbringung und viele Einrichtungen, die in Graubereichen agieren. Wir als Regionalgruppe wollen über folgendes sprechen:
Eine Sozialpädagogik,
• die Kinderrechte stärkt,
• die ohne Zwang und Unterdrückung auskommt,
• die Mitbestimmung und dialogisches Aushandeln fokussiert,
• die mit einer offenen Fehlerkultur an weniger erfolgreichen Verläufen gemeinsam lernen lässt.
Wir wünschen uns ein Kinder- und Jugendhilfesystem, das die Stärken regionaler Kooperation und Vernetzung aufweist – Einfach, um zu schauen, wo es noch hingehen könnte.

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Kein Einschluss in der Jugendhilfe! Zur Tagung “Konflikte um Heimerziehung und Einschluss heute” am 4. März 2021

Am 4. März fand die Fachtagung zu Konflikten um Heimerziehung und Einschluss heute im Anna-Siemsen-Hörsaal der Fakultät Erziehungswissenschaft statt, zu der der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg, das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung sowie der Arbeitsbereich Sozialpädagogik der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg eingeladen hatten. Das Interesse der Fachöffentlichkeit sowie Studierender und Mitglieder verschiedener Hochschulen aus Hamburg sowie dem Bundesgebiet war groß: ca. 150 Personen aus unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe, nicht nur aus Hamburg, nahmen teil. 

Michael Lindenberg (em. Prof. am Rauhen Haus) und Tilman Lutz (Prof. an der HAW Hamburg) führten durch das Programm. Holger Schoneville, Juniorprofessor im Arbeitsbereich Sozialpädagogik, begrüßte die Teilnehmer:innen und schlug angesichts der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine einen Bogen zur Bedeutung eines Aufwachsens junger Menschen ohne Gewalt. 

Podium: Die Fachleute aus der Praxis sprechen

Podium: Die Fachleute aus der Praxis sprechen (Foto: Helen Vogel)

Im ersten inhaltlichen Block („Die Fachleute aus der Praxis sprechen“) schilderten Malte Block, Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit bei basis & woge e. V., Leitung und  langjähriger Mitarbeiter der Anlaufstelle KIDS am Hamburger Hauptbahnhof, Maren Peters von der Koordinierungsstelle Individuelle Hilfen des Paritätischen, Alexandra Kauffmann von der Gästewohnung des ASP Wegenkamp sowie Peter Heemann von der Werkstatt Solidarität Essen unterschiedliche Ansätze jenseits von traditionellen institutionellen Heimzusammenhängen  in der Jugendhilfe. Deren Gemeinsamkeiten bestanden darin, dass sie auf Freiwilligkeit, Akzeptanz und Beteiligung sowie Aushandlung und Dialog gerichtet sind und ihre Arbeit darauf orientiert ist, die jungen Menschen als Subjekte anzuerkennen und sie nicht zum Objekt von Hilfe zu machen. Sowohl der Beziehungsarbeit ohne Zwang als auch der Vernetzung wurde von allen ein zentraler Stellenwert zugemessen. 

Podium: Die Jugendlichen sprechen (Foto: Helen Vogel)

Podium: Die Jugendlichen sprechen (Foto: Helen Vogel)

Im anschließenden Block unter der Überschrift „Die Jugendlichen sprechen“ saßen – moderiert von Jaqueline Gebhardt (KIDS) und Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder) – Renzo Martinez, Dennis Engelmann (Kinderseelenschützer e.V.) und Michelle Lubinetz auf dem Podium. Sie hatten als Jugendliche mehrere Jahre Erfahrungen mit den repressiven Erziehungspraxen in den Heimen der Haasenburg GmbH und anderen Formen der Jugendhilfe machen müssen. Nach einer Einführung in die Geschichte des Konflikts um die Heime der Haasenburg schilderten sie, wie es dort darauf angelegt wurde, ihre Persönlichkeit zu brechen. Renzo Martinez berichtete, dass einige Dutzend ehemalige Insassen der Haasenburg-Heime zwischenzeitlich eine Interessengemeinschaft gegründet haben, die darauf zielt, Entschädigungszahlungen durchzusetzen sowie dazu beizutragen, dass sich ihre Geschichte nicht wiederholt. Isabelle Vandre, Mitglied der Fraktion der LINKEN im Brandenburger Landesparlament, stellte eine Initiative vor, um  die Entschädigungsforderung zu realisieren. Michelle Lubinetz schloss in einem bewegenden Fazit, dass es keine Perspektive sei, im Opferstatus zu verharren, sondern betonte, dass sie handlungsfähig sind – erst recht, wenn organisiert. 

Abschließend wurde einstimmig eine Deklaration verabschiedet, mit der 1. eine lückenlose Aufklärung der bis heute offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Skandal der Haasenburg, 2. die Unterstützung der jungen Erwachsenen bei der Bewältigung der psychologischen und sozialen Folgen des Erlebten sowie 3. ihre Entschädigung durch die Ergänzung des Opferentschädigungsgesetzes und des SGB XIV um den Tatbestand der “institutionalisierten Gewalt” oder mindestens die Einrichtung eines Entschädigungsfonds durch das Land Brandenburg gefordert wird. [Download Deklaration]

In den anschließenden Workshops wurden unterschiedliche Aspekte vertieft: Vom Widerstand Betroffener über die Realisierung alternativer Umgangsweisen und die Kritik der geplanten Einrichtung am Klotzenmoorstieg, der bundesweiten Vernetzung von Aktiven für eine Überwindung von Formen des Einschlusses in der Jugendhilfe bis hin zu Möglichkeiten, Wohnungen für Straßenkinder zu schaffen. 

Podium: Stimmen aus der Wissenschaft (Foto: Helen Vogel)

Podium: Stimmen aus der Wissenschaft (Foto: Helen Vogel)

Auf dem Abschlusspodium nahmen Prof. Christian Schrapper und Prof. Diana Düring Platz und begründeten jeweils differenziert und eindrücklich, dass geschlossene Einrichtungen und Einschluss als Mittel der Pädagogik weder rechtlich oder fachlich noch mit Blick auf ihre Wirkungsversprechen zu rechtfertigen sind. Entgegen der massiven Tendenz der Spezialisierung mit den bekannten Folgen von Stigmatisierungen und dem Verschieben von jungen Menschen seien alternative Umgangsformen zu entwickeln. Dabei kann auch einiges aus der jüngeren Geschichte der Jugendhilfe gelernt werden. 

Abschließend wurde die Stellungnahme “Für den Ausbau sozialräumlicher Unterstützungsangebote. Gegen Ausschluss durch Einschluss – keine freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe!” einstimmig beschlossen. Mit ihr wird sich klar gegen die Planungen des Hamburger Senats bezüglich der Errichtung einer neuen spezialisierten Einrichtung an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Psychiatrie, die mit freiheitsentziehenden Maßnahmen arbeiten soll, ausgesprochen. Stattdessen wird dafür plädiert, die Mittel in den Ausbau und die Weiterentwicklung eines sozialräumlichen multiprofessionellen Hilfenetzes zu investieren. [Download Stellungnahme]

Die Tagung hat viele neue Kontakte hervorgebracht und Mut gemacht, sich weiter zu vernetzen und an einer Praxis der Jugendhilfe zu arbeiten, die nicht stigmatisiert, sondern auf eine “solidarische Kultur des Aufwachsens” (Reinhart Wolff) gerichtet ist.
Es gibt noch viel zu tun! 

Abschluss und Verabschiedung (Foto: Helen Vogel)

Abschluss und Verabschiedung (Foto: Helen Vogel)

Pressespiegel
Im Folgenden eine Übersicht mit Artikeln, die im Zusammenhang mit der Tagung erschienen sind:

Video-Dokumentation

Die Videoaufzeichnungen der einzelnen Abschnitte der Tagung sind nun auf der Plattform „Lecture2Go“ abrufbar: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/l/6995

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Für den Ausbau sozialräumlicher Unterstützungsangebote. Gegen Ausschluss durch Einschluss! Stellungnahme von AKS und Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung Hamburg

Anlässlich der Planungen des Hamburger Senats, eine neue Einrichtung an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Psychiatrie zu errichten, in der mit freiheitsentziehenden Maßnahmen gearbeitet werden soll, haben der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg und das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung Hamburg Ende vergangenen Jahres eine Stellungnahme erarbeitet, mit der für den Ausbau sozialräumlicher Unterstützungsangebote statt Ausschluss durch Einschluss plädiert wird.

Sie wird mittlerweile von 13 freien Trägern, Arbeitskreisen und Gremien sowie über 30  Einzelpersonen aus Jugendhilfe und Sozialer Arbeit unterstützt und soll dazu beitragen, dass die derzeit vorgesehenen großen Summen statt für die Errichtung einer weiteren spezialisierten Einrichtung in den Ausbau und die Weiterentwicklung eines sozialräumlichen multiprofessionelles Hilfenetzes investiert werden. 

Wer ebenfalls die Unterstützung dieser Stellungnahme erklären will, ist herzlich eingeladen, dies über eine Nachricht an kontakt@geschlossene-unterbringung.de mitzuteilen. 

[Stellungnahme mit den Unterzeichnern als PDF (aktualisiert am 10.03.2022)]

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Aktionsbündnis gegen Geschlossene Unterbringung in Thüringen bei Radio F.R.E.I.

Für das Thüringer Aktionsbündnis gegen Geschlossene Unterbringung sprach Friedhelm Peters mit Radio F.R.E.I.

Als bekannt wurde, dass im Freistaat Thüringen erstmalig eine Geschlossene Einrichtung eröffnen sollte, fanden sich Engagierte zusammen und gründeten das Thüringer Bündnis.

Link zum Interview in Radio F.R.E.I.

Link zur mp3 Audiodatei direkt

Interner Link zu mehr Informationen zum Aktionsbündnis

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Verabreichung von Medikamenten in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen des Landes Bremen

Oder: “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß” (Siehe den letzten Satz der Antwort des Senats)

BREMISCHE BÜRGERSCHAFT Landtag, 20. Wahlperiode,
Anfrage CDU, Antwort Bremer Senat 9.12.2021 (Seite 8) Verabreichung von Medikamenten in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen des Landes Bremen

Wir fragen den Senat:

1. Welche Kenntnisse hat der Senat über die Verabreichung von Medikamenten (insbesondere Psychopharmaka) an in Heimen des Landes Bremens lebenden Kindern und Jugendlichen?

2. Wie vielen in heilpädagogischen Jugendhilfeeinrichtungen des Landes Bremens lebenden Kindern und Jugendlichen werden derzeit Medikamente (z.B. Neuroleptika) mit dem Ziel verabreicht, ihre Aggressionen zu kontrollieren und/oder sie für Therapien erreichbar zu machen? (Bitte stellen Sie die Zahlen unter Angabe der in den Einrichtungen lebenden Kinder und Jugendlichen dar.)

3. In welchen regelmäßigen Abständen und in welcher Prüfform werden die Medikamentenlisten in den Einrichtungen, Indikationen, Diagnosen, Therapien und Medikamentenvergaben in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen des Landes Bremens behördlich kontrolliert?

Antwort des Bremer Senats

Zu Frage 1 und 2:
Eine zentrale Erfassung zur Medikamentenvergabe an Kinder in Einrichtungen exis-
tiert nicht. Es gibt auch keine Meldeverpflichtung gegenüber dem Landesjugendamt,
deshalb liegen der Heimaufsicht hierzu keine Informationen vor.
Informationen zu Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen, die medikamentös be-
handelt werden, könnten nur durch eine aufwändige Trägerabfrage beantwortet wer-
den.
Generell erbringen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen Leistungen nach dem SGB
VIII. Therapien, insbesondere die Verordnung von Medikamenten, sind medizinische
Leistungen nach dem SGB V. Sie gehören nicht zum Leistungsangebot von Kinder-
und Jugendhilfeeinrichtungen. Sollte es bei einem Kind oder Jugendlichen einen Be-
darf geben, verantworten niedergelassene Arzt- beziehungsweise Facharztpraxen die
Behandlung. Werden verordnete Medikamente über Kinder- und Jugendhilfeeinrich-
tungen ausgeteilt, ist neben der ärztlichen Verordnung eine Einverständniserklärung
der Sorgeberechtigten erforderlich.


Zu Frage 3:
Die Ausgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten erfolgt aufgrund ärztlicher
Verordnungen, die Kontrolle erfolgt über den verordnenden Arzt.
In den Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe muss jede Medikamen-
tenvergabe an Minderjährige dokumentiert werden. Die Dokumentation liegt in der Ver-
antwortung des Trägers. Medikamente sind so zu verwahren, dass sie vor dem Zugriff
Unberechtigter gesichert
sind. Sie sind so zu kennzeichnen, dass sie dem jeweiligen Betreuten eindeutig zuzu-
ordnen sind und Verwechslungen ausgeschlossen sind.
Die Heimaufsicht kann im Rahmen einer örtlichen Prüfung nach Paragraf 46 SGB VIIIund selbstverständlich auch anlassbezogen jederzeit zur Form dieser Dokumentation
beraten und Kontrollen durchführen.
Die medizinisch fachliche Prüfung und Bewertung der Indikation und Vergabe von Medikamenten gehört nicht zum Aufgabenspektrum der Heimaufsicht. Sie muss über die Sorgeberechtigten im Zusammenwirken mit den Ärzten erfolgen.

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„Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim.“ Konflikte um Heimerziehung und Einschluss heute.

Liebe Mitstreiterinnen, liebe Kolleginnen, Kommilitoninnen und Interessierte,

am Freitag, den 4. März 2022 veranstalten das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung und der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Sozialpädagogik der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg eine ganztägige Fachtagung unter dem Motto „Konflikte um Heimerziehung und Einschluss heute -,Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim – heute noch?‘, zu der wir hiermit herzlich einladen möchten.

Veranstaltungsort wird das Gebäude der Fakultät für Erziehungswissenschaft sein (Von-Melle-Park 8, Nahe S Dammtor). Damit setzen wir die Tagungsreihe „Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim“ fort, die im Februar 2018 mit der „Zeitreise durch 70 Jahre Heimgeschichte“ begonnen wurde und knüpfen an die jüngsten kritischen Auseinandersetzungen um repressive Padagogik und Praxen des Ausschlusses von Kindern und Jugendlichen an – zuletzt im Rahmen des „Tribunals“ über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung im Oktober 2018.

Dass diese Auseinandersetzung weiterhin hohe Aktualität hat, wird nicht zuletzt daran deutlich, dass der Hamburger Senat derzeit am Standort Klotzenmoorstieg eine neue Jugendhilfeeinrichtung mit geschlossenen Elementen plant, die 2025 in Betrieb gehen soll. Im Rahmen der Tagung werden sowohl die Perspektiven von Jugendlichen und ehemals von geschlossener Unterbringung Betroffener als auch die von Fachleuten mit einer Praxis der Vermeidung von Einschluss sowie von Wissenschaftlerinnen zu Geltung kommen. In Form von Workshops wird es zudem die Möglichkeit zum Austausch zu verschiedenen Aspekten von Einschluss und Heimerziehung sowie zur (überregionalen) Vernetzung geben.

Pressespiegel von der Tagung:

Der aktualisierte Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download bereit (Stand: 2.3.2022).

Für Rückfragen: kontakt@geschlossene-unterbringung.de

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Rechtsgutachten “Freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringung nach § 1631b BGB in der Kinder- und Jugendhilfe” von Prof. Dr. Simone Janssen (20.08.2021)

Ein wesentlicher Bestandteil ombudschaftlicher Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe ist die Aufklärung von jungen Menschen und ihren Familien über die Rechte, Rechtsansprüche und Verfahrensfragen.

Das vorliegende Rechtsgutachten “Freiheitsentziehende Maßnahmen und geschlossene Unterbringung nach § 1631b BGB in der Kinder- und Jugendhilfe” von Prof. Dr. Simone Janssen möchte eine intensive rechtliche Auseinandersetzung mit der (Un)Zulässigkeit von geschlossener Unterbringung und freiheitsentziehender Maßnahmen ermöglichen. Betroffene (Grund)Rechte, die Genehmigungsbedürftigkeit der Freiheitsentziehung, das familiengerichtliche Genehmigungsverfahren, das Akteneinsichtsrecht und Anspruch auf Schadensersatz werden in diesem Rechtsgutachten detailliert erörtert.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe appelliert an alle betroffenen Berufsgruppen, seien es Fachkräfte in betroffenen Einrichtungen, Vormund*innen, Gutachter*innen, Verfahrensbeiständ*innen oder Familienrichter*innen, den Einsatz bzw. Genehmigung von geschlossener Unterbringung und freiheitsentziehender Maßnahmen auf Basis der nachfolgenden fundierten rechtlichen Ausführungen zu reflektieren.

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