Soal (Alternativer Wohlfahrtsverband): Antwort auf aktuelle Stellungnahme des KIDS

17 Juli 2013 | Soal | Alternativer Wohlfahrtsverband

Liebe KollegInnen von KIDS,

wir danken euch für die klare und mutige Stellungnahme zur Haasenburg.

Mutig ist eure Stellungnahme aus unserer Sicht besonders, weil ihr euch klar und deutlich für die Abschaffung der geschlossenen und teilgeschlossenen Heime aussprecht. Dies in einer Zeit, in der es gesellschaftlich legitim scheint, den Kindern und Jugendlichen die „aus dem Rahmen fallen“ die Menschenwürde einzuschränken. Es geht hier ganz grundsätzlich um die Haltung und Verantwortung der Gesellschaft, der politisch Verantwortlichen und der ausführenden Verwaltung gegenüber den Kindern und Jugendlichen. Jeder einzelne Mensch in diesem Kontext ist aufgerufen, seine Verantwortung ernst zu nehmen.

Es ist skandalös, wenn einige Medien in der Öffentlichkeit inzwischen den Eindruck vermitteln, als wäre die Einweisung in die Haasenburg darin begründet, dass die Kinder und Jugendlichen eine Strafe verbüßen. Tatsächlich ist der gesetzliche Auftrag jedoch, die „Wahrung des Kindeswohls“ sicher zu stellen.

Die Alternative zum Wegschließen kann nur aus einer Grundhaltung von Wertschätzung und Annehmen der jungen Menschen heraus entwickelt werden. Es ist an der dringenden Zeit, dass Hamburg aus der geschlossenen Unterbringung an anderem Ort grundsätzlich aussteigt. Dazu bedarf es einer fachlichen Diskussion und Erarbeitung alternativer Konzepte. Ebenso bedarf es ausreichende Mittel um diese umzusetzen. Es würde dem Hamburger Senat gut anstehen, diese Alternativen umgehend über die Fachbehörde zu initiieren.

Da es nach den bisherigen Erfahrungen und Stellungnahmen von offizieller Seite jedoch nicht danach aussieht, halten wir einen Fachaustausch „Alternativen zur geschlossenen Unterbringung“ für sinnvoll, für den wir gern geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können. Aus dem Fachtag heraus könnte ein von möglichst vielen Trägern, Verbänden und sonstigen Unterstützern getragener Vorschlag entstehen, der dann proaktiv an den Senator übergeben werden könnte.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung zu diesem Vorschlag.

Mit freundlichen Grüßen Elimar Sturmhoebel

SOAL

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