Soal (Alternativer Wohlfahrtsverband): Antwort auf aktuelle Stellungnahme des KIDS

17 Juli 2013 | Soal | Alternativer Wohlfahrtsverband

Liebe KollegInnen von KIDS,

wir danken euch für die klare und mutige Stellungnahme zur Haasenburg.

Mutig ist eure Stellungnahme aus unserer Sicht besonders, weil ihr euch klar und deutlich für die Abschaffung der geschlossenen und teilgeschlossenen Heime aussprecht. Dies in einer Zeit, in der es gesellschaftlich legitim scheint, den Kindern und Jugendlichen die „aus dem Rahmen fallen“ die Menschenwürde einzuschränken. Es geht hier ganz grundsätzlich um die Haltung und Verantwortung der Gesellschaft, der politisch Verantwortlichen und der ausführenden Verwaltung gegenüber den Kindern und Jugendlichen. Jeder einzelne Mensch in diesem Kontext ist aufgerufen, seine Verantwortung ernst zu nehmen. Weiterlesen

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Jan Ehlers zur Haasenburg GmbH und zur geschlossenen Unterbringung

J_ehlers_150px Jan Ehlers (ehemaliger Hamburger Sozialsenator):

„Überall dort, wo Menschen Gewalt über Menschen ausüben, lauert der Missbrauch. … [weiterlesen]

Das damalige Konzept „Menschen statt Mauern“ war in seinem Vertrauen auf menschliche Beziehungen statt Einschluss fragil; wir hätten es nach 10 Jahren überprüfen müssen und wollen.

Das ist nicht geschehen. Andere Aufgaben drängten sich in den Vordergrund. Das Thema blieb trotzdem weitgehend unbeachtet, bis ein junger Mann aus einer betreuten Jugendwohnung einen Einzelhändler in Langenhorn überfiel, ihn ausraubte und ihm das Leben nahm. Das Verhalten der Pädagogen, deren Aufgabe es gewesen wäre, diesen Schutzbefohlenen von diesem Geschehen abzuhalten, war nicht zu beschönigen. Sie fanden einfach nicht statt, denn sie waren nicht da.

Seitdem wird in Hamburg wieder weggesperrt, denn Politik erfordert in der Demokratie nicht rationale Konsequenzen, sondern vor allem öffentlich akzeptierte Konsequenzen.

Alle dann praktizierten Konzepte haben sich allerdings nicht nur als zu teuer, sondern auch als im Wesentlichen nutzlos erwiesen. Und da lag es nahe, dieses schmuddelige Thema nach Brandenburg zu exportieren, als sich dort eine mit staatlichen Geldern finanzierte privatwirtschaftliche und gewinnorientierte Einrichtung etablierte, die sich mit fast mafiotischer Absicherung jeder öffentlichen Kritik entzog. Ich war schon nicht mehr im Amt, als in Hamburg wieder weggesperrt wurde – und ich habe das und die nachfolgenden Entwicklungen auch nie akzeptieren können. Denn ich hatte doch noch erlebt, wie im Jugendamtsheim Osdorf ein umzäunter Außenbereich für die Kinder und Jugendlichen zum frische-Luft-schnappen hergerichtet war, den diese vom Haus aus durch einen Drahttunnel – von der Zirkusmanege bekannt – erreichten. Und ich habe die mit Blech beschlagenen Zellentüren im „Heim für gefallene Mädchen“, der Feuerbergstraße gesehen, mit Beulen, die davon herrührten, dass die eingesperrten jungen Frauen den Kopf gegen die Zellentür schlugen. Ich weiß, welche Gewalt bei Einschluss auf allen Seiten entsteht und eskaliert. So auch offenbar in der Einrichtung in Brandenburg.

Zum Glück gibt es inzwischen mit Frau Münch als verantwortlicher Ministerin in Brandenburg und mit Wolfgang Rose, einem Bürgerschaftsabgeordneten in Hamburg, eine Politikerin und einen Politiker, die wider den Stachel löcken. Ich wünsche beiden guten Mut und viel Erfolg dabei.

Ich lebe in der Freien und Hansestadt Hamburg. Hier sind ganz selbstverständlich Kommerz und kaufmännisches Denken zu Hause. Mit der „Freiheit“ ist das oftmals schon so eine Sache. Aber ich bin stolz darauf, dass meine Stadt den Titel „Freie und Hansestadt“ trägt und möchte mich nicht schämen müssen, weil der Begriff „Freiheit“ im Namen in der Wirklichkeit nichts gilt.“

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Offene Stellungnahme des KIDS (basis & woge e.V.) zur Haasenburg

15 Juli 2013 | Team KIDS Basis Woge e.V.

Offene Stellungnahme des KIDS (basis & woge e.V.) zur Haasenburg

Wir Mitarbeiter_innen des KIDS, der Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen am Hamburger Hauptbahnhof, sind entsetzt und empört über den Umgang mit den aus der Haasenburg geflohenen Jugendlichen und fordern von der Hamburger Sozialbehörde, dem Familieninterventionsteam, den zuständigen Jugendämtern, Amtsvormündern und Familiengerichten die Unterbringung aller Hamburger Jugendlichen in der Haasenburg sofort zu beenden.

Darüber hinaus fordern wie die Schließung dieser Einrichtung.

Wir hatten in der Vergangenheit mehrmals Kontakt zu ehemaligen Bewohner_innen der Haasenburg, deren Schilderungen über Hausregeln, Erziehungspraktiken, physischen und psychischen Übergriffen sich unabhängig voneinander mit den aktuellen Vorwürfen gegen die Mitarbeiter_innen der Haasenburg decken. Deshalb haben wir keinen Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussagen. Weiterlesen

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Evangelischer Erziehungsverband (EREV): Stellungnahme zur Jugendhilfeeinrichtung „Haasenburg GmbH“

3 Juli 2013 | EREV | Evangelischer Erziehungsverband

Stellungnahme zur Jugendhilfeeinrichtung „Haasenburg GmbH“

Dem Evangelischen Erziehungsverband e. V. (EREV), Fachausschuss Pädagogik, lagen der Pressebericht der taz vom 15./16. Juni 2013 sowie eine undatierte Kopie der „Allgemeinen Regeln der Haasenburg“ vor. Auf Grundlage dieser Informationen erfolgt folgende Stellungnahme:

Sofern die Berichterstattung auch nur annähernd die Verhältnisse richtig wiedergibt, sind diese Maßnahmen in keiner Weise zu legitimieren, und es dürfte aus Sicht des EREV keine Betriebserlaubnis erteilt werden.

Die öffentliche Jugendhilfe hat die Verantwortung für die Begleitung der Erziehungshilfemaßnahmen und für die Kontrolle der rechtlichen Vorgaben.

Die beschriebenen Interventionen der Fixierungen etc. durch das Personal und die allgemeinen Regeln der Einrichtung sind nicht vereinbar mit einer wertschätzenden, an der demokratischen und freiheitlichen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland orientierten Pädagogik. Hierzu zählen die Achtung der Kinderrechte, die Beteiligung der jungen Menschen, die Wahrung ihrer Beschwerdemöglichkeiten sowie der Kinderschutz. Weiterlesen

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Stellungnahme des AKS Hamburg zur Geschlossenen Unterbringung (GU) als „Hilfe zur Erziehung“

In Hamburg wurde die geschlossene Heimunterbringung von Kindern und Jugendlichen 2008 mit der Schließung der GU Feuerbergstraße beendet. In der jüngeren Vergangenheit ist die Diskussion um die Einschließung von Kindern und Jugendlichen jedoch wieder aufgeflammt. Dazu beigetragen hat die Presseberichterstattung über die Zustände in den geschlossenen Heimen der Haasenburg GmbH in Brandenburg und die Praxis der Hamburger Jugendämter, Jugendliche außerhalb der Landesgrenzen in geschlossenen Heimen unterzubringen.[1]

Wir möchten den Fokus der Kritik auf das Konzept des Einschlusses, die GU an sich, richten. Es geht nicht um die Bewertung oder den Vergleich verschiedener Einrichtungen und Konzeptionen, sondern um die prinzipielle Kritik an der Einschließung junger Menschen im Rahmen der Jugendhilfe. Die politischen Entscheidungsträger und die Jugendhilfe haben offenkundig nicht aus der Geschichte der Heimerziehung in den 1950er bis 70er Jahren in der BRD und DDR gelernt, wenn die GU wieder vermehrt angewendet wird.[2] Weiterlesen

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Offener Brief der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung zur Haasenburg GmbH

Kinder und Jugendliche in Heimerziehung schützen

Offener Brief

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bericht der taz vom 15.06.2013 über das geschlossene Heim der Haasenburg GmbH in Brandenburg hat uns erschüttert. Im Bericht werden detailliert Gewaltmaßnahmen gegen Kinder und Jugendliche beschrieben, darunter die sog. „Handklemme, bei der die Handgelenke geknickt werden“, Fixierung mit Gurten u.a. mehr. Laut taz vom 19.06.2013 kam es dabei auch zu Knochenbrüchen. „Totale Unterordnung“ lautet eine Forderung des sog. Aufnahmeordners. „Wenn die Jugendlichen in der Reihe stehen, ist der Mund geschlossen und der Blick nach vorne gerichtet“ heißt es in den Hausregeln. Weiterlesen

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Stellungnahme der GEW Hamburg zur Haasenburg GmbH

Zur geschlossenen Unterbringung von Jugendlichen, insbesondere in der Einrichtung des Trägers Haasenburg GmbH in Brandenburg

Resolution der GEW Hamburg

Die GEW Hamburg hat empört die wiederholt durch die Medien und die Anfragen der Fraktionen der Linken und von Bündnis 90/die Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft an den Senat der FHH bekannt gewordenen kindeswohlgefährdenden Zustände in der Einrichtung Haasenburg GmbH zur Kenntnis genommen. Weiterlesen

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Resolution und Aufruf der AG ASD bei ver.di zur Haasenburg GmbH

Kritik an der geschlossenen Unterbringung und hier besonders an der Praxis des Trägers Haasenburg GmbH in Brandenburg

Die AG ASD in der Fachgruppe SKJ hat sich auf ihrer Sitzung am 27.03.13 erneut mit dem Thema „Geschlossene Unterbringung Minderjähriger“ beschäftigt. Anlass ist der wiederholt durch die Medien und die Anfragen in der Hamburgischen Bürgerschaft an den Senat der FHH durch die Fraktionen der Partei Die Linke und der Partei Bündnis 90/die Grünen bekannt gewordenen kindeswohlgefährdenden Zustände in der Einrichtung Haasenburg GmbH. Weiterlesen

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Stellungnahme des Hamburger Aktionsbündnis gegen Geschlossene Unterbringung (Kurzfassung)

Keine geschlossene Unterbringung von (Hamburger) Kindern und Jugendlichen in der Haasenburg und auch nicht anderswo!

Zwar hat es seit Abschaffung der geschlossenen Heimerziehung in den achtziger Jahren unter der fachlichen Leitlinie der Lebensweltorientierung viele erfolgreiche Versuche gegeben, mit den besonders Schwierigen ohne Geschlossene Heime umzugehen. Die jetzt bekannt gewordenen repressiven und autoritären Zustände und Umstände in der Haasenburg erinnern deutlich an die erst vor wenigen Jahren zu Recht skandalisierte Heimerziehung der 1950er und 60er (Wensierski 2006) , die heute öffentlich, fachlich und politisch durchweg als menschenunwürdig verurteilt werden. Weiterlesen

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Stellungnahme des Hamburger Aktionsbündnis gegen Geschlossene Unterbringung (Langfassung)

Keine geschlossene Unterbringung von (Hamburger) Kindern und Jugendlichen in der Haasenburg und auch nicht anderswo!

Bereits zwei Mal hat Hamburg in den vergangenen 30 Jahren seine eigene geschlossene Unterbringung für Kinder und Jugendliche beendet. Im Jahre 1980 wurden im Zuge der Heimreform die geschlossenen Hamburger Heime insgesamt geschlossen. Das hielt bis zum Jahr 2002, als eine neue Regierung die Wiedereinführung diskutierte und im Jahr 2003 schließlich umsetzte. Diese Einrichtung in der Feuerbergstraße wurde nach fünf Jahren 2008 geschlossen: zu teuer, zu wenige Erfolge, aber vor allem, zu viel politische Unruhe. Und es wurde politisch ruhiger, das wohl. Aber diese zweite Abschaffung führte, wie schon die erste, lediglich zu einer Verlagerung der Geschlossenen Unterbringung in andere Bundesländer. Es wurden vermutlich nicht mehr, aber auch nicht weniger Hamburger Kinder und Jugendliche geschlossen untergebracht. Durch die TAZ. die tageszeitung Nord und die parlamentarischen Anfragen der Grünen und der Linken wurde diese verschämte und heimliche Praxis erneut in den (fach)politischen und öffentlichen Diskurs getragen. Derzeit (März 2013) sind 15 Kinder und Jugendliche aus Hamburg in der Haasenburg untergebracht, einer Geschlossenen Unterbringung in Brandenburg. Weiterlesen

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