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Mittwoch, 12. November 2008 | Pressestelle des Senates
Betrieb der Geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße eingestelltAlternative Unterbringung erfolgt künftig in Einrichtungen außerhalb Hamburgs
Am heutigen Mittwoch sind die beiden letzten Jugendlichen aus der Geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße (GUF) entsprechend ihrem Hilfeplan in andere Jugendhilfemaßnahmen gewechselt. Mit ihrem Auszug hat die Geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße ihren Betrieb eingestellt. Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich: "Mit der Schließung der GUF setzen wir ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Im Einzelfall wird die stationäre Unterbringung straffälliger Jugendlicher aber auch in Zukunft weiter notwendig sein, die dann in Einrichtungen in anderen Bundesländern erfolgt."
In ihren knapp sechs Betriebsjahren hat die GUF 50 Minderjährige, davon 41 aus Hamburg, pädagogisch betreut. In der letzten Zeit waren durchschnittlich etwa drei Hamburger Jungen in der GUF untergebracht. Auch in Zukunft sollen im Einzelfall und bei entsprechendem Beschluss des Familiengerichtes delinquente Jugendliche geschlossen untergebracht werden. Darauf hatten sich die Regierungsparteien mit der Auflage verständigt, dass nicht für das Vorhalten von Plätzen, sondern nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme Kosten anfallen. Die Entscheidung, wo die stationären Jugendhilfemaßnahmen realisiert werden, erfolgt wie bisher, bedarfsgerecht im Einzelfall. Zur Verfügung stehen bundesweit rund 290 Plätze in 20 Einrichtungen mit geschlossener oder fakultativ geschlossener Unterbringung, das ist ein Drittel mehr als 2003 bei Inbetriebnahme der GUF. Darüber hinaus wird Hamburg spätestens ab Frühjahr 2009 weitere und differenziertere Angebote für geschlossene Unterbringungen nutzen können, als in der Vergangenheit:
- Für psychiatrisch auffällige Minderjährige wird der Behörde in wenigen Monaten ein sozialtherapeutisches Angebot für Mädchen und Jungen in Niedersachsen zur Verfügung stehen. Hierzu hat die Hamburger Sozialbehörde in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit einen Träger beauftragt, Plätze zu schaffen, die auf die spezifischen Belange und Erfordernisse von Kindern und Jugendlichen an der Schnittstelle zwischen psychiatrischer und pädagogischer Betreuung ausgerichtet sind. Im Rahmen des Konzeptes besteht die Möglichkeit, die Minderjährigen in Krisensituationen fakultativ geschlossen unterzubringen. Gleichzeitig findet eine enge Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lüneburg statt, die im Notfall stationär aufnehmen kann. Das Kooperationsprojekt von Hamburg und Niedersachsen wird innerhalb der nächsten Monate umgesetzt. Zur Verfügung stehen damit bis zu vier Plätze für psychiatrisch auffällige Mädchen und Jungen im Alter bis 15 Jahre. Zusätzlich will der Träger dieser Einrichtung zwei Plätze für Jugendliche, die 16 Jahre oder älter sind, zur Verfügung stellen.
- Außerdem besteht die Möglichkeit, delinquente Jugendliche in geschlossenen bzw. fakultativ geschlossenen Einrichtungen eines Berliner Trägers in Brandenburg unterzubringen. Der Träger bietet der Sozialbehörde an, Hamburger Jugendliche vorrangig aufzunehmen und die Finanzierung der Plätze ohne Vorhaltekosten über das Entgelt und damit nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme zu regeln. Die Verhandlungen zwischen Behörde und Träger sind hierzu im Detail noch nicht abgeschlossen.
Für eine weitere Beschäftigung der ehemaligen GUF-Mitarbeiter ist gesorgt. In den vergangenen Monaten konnten Anschlussperspektiven innerhalb des Landesbetriebs Erziehung und Berufsbildung sowie bei der Freien und Hansestadt Hamburg geplant werden, die nun umgesetzt werden. Wie das Gebäude der GUF künftig genutzt wird, ist noch nicht entschieden.
Senator Wersich: "Nach rund 2.100 Tagen, die die Geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße in Betrieb war, möchte ich ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meinen Respekt und meine Anerkennung aussprechen. Unter den sehr kritischen Augen der Öffentlichkeit und der belastenden Situation des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses haben sie sich engagiert für die Jugendlichen eingesetzt und daran mitgewirkt, ihnen zurück auf den rechtmäßigen Weg zu verhelfen.

