„Wenn Du nicht brav bist kommst Du ins Heim – Eine Zeitreise durch 70 Jahre Heimgeschichte“ (Tagung in Hamburg am 26.2.2018)

„Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim“ – Eine Zeitreise durch 70 Jahre Heimgeschichte

Am Montag 26. Februar 2018
von 09:00 bis 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Reimarus-Saal
Patriotische Gesellschaft von 1765
Trostbrücke 6, 20457 Hamburg (Karte)

Zusteigen auf jeder Station zwischen 9:00 und 19:00 Uhr möglich.
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 19.02.2018 an: info[at]patriotische-gesellschaft.de

-> Flyer zum Download
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Programmübersicht

09:00 Uhr Begrüßung
Prof. Tilman Lutz, Prof. Michael Lindenberg, Wolfgang Rosenkötter

9:30 – 10:30 Uhr 1. Station
Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland – die langen 50er Jahre
Peter Wensierski liest aus seinem Buch „Schläge im Namen des Herrn“

10:45 – 12:30 Uhr 2. Station
70er Jahre West: – „Fürsorgeerziehung droht“

Ausschnitte aus den Filmen „Freistatt“, „Endstation Freistatt“ und „Bambule“.
Wolfgang Rosenkötter berichtet über seine Zeit in Freistatt und die Entstehung des Films.
Jan Fedder liest aus dem Buch „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz

12:30 – 13:30 Uhr Pause
Mittagspause

13:30 – 14:30 Uhr 3. Station
Die 70er Jahre Ost : Der Jugendwerkhof Torgau
Dokumentation verbunden mit dem Bericht des Torgauer Heimkindes Dietmar Glombitza

14:45 – 16:15 Uhr 4. Station
Die 80er Jahre – Die Heimreform und ihre Folgen
anhand der „Markthallen-Veranstaltung“
Gezeigt wird zusammengestelltes Bildmaterial; Reformkräfte aus der Jugendhilfe berichten über ihre Erfahrungen mit der Heimreform in Hamburg (Dr. Dorothee Bittscheidt, Dr. Charlotte Köttgen, Dr. Wilma Simon)

16:30 – 18:45 Uhr 5. Station
Es ist noch nicht zu Ende

  • Der Haasenburg-Skandal
  • Friesenhof und weitere geschlossene Einrichtungen

Ehemalige Heimbewohner*innen/Eltern berichten
„Momo“ (Anlaufstelle für Straßenkinder)
Maren Peters (Koordinierungsstelle DPWV)
Ein Mitglied aus dem Landtag von SH berichtet (Wolfgang Dudda)
Ronald Priess, Fraktion Die Linke, Hamburg

18:45 Uhr Wie weiter?

19:00 – 20:00 Uhr Musik
„Echolot“ (Musik von Chansons über Klassik bis Songwriting)

Geschlossene Heime sind keine Lösung.

Kinder und Jugendliche dürfen in Ihren Menschenrechten nicht verletzt werden. Das gilt immer und überall, auch in Heimen.

Und doch passiert es, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen. Dabei wissen alle Fachleute: Erziehung kann nur mit den Kindern und Jugendlichen gelingen, niemals gegen sie.

Geschlossene Unterbringung ist nicht nur eine Verletzung von Menschenrechten, sondern auch unsinnig, weil sie das Gegenteil von dem erzeugt, was sie angeblich erreichen will: Eigenständiges und verantwortliches Handeln.

Und was ist mit den vermeintlich „aussichtslosen Fällen“, werden wir oft gefragt. Gerade die so stigmatisierten jungen Menschen haben ein Recht darauf, unterstützt zu werden. Dass dies gelingen kann, zeigen 20 Jahre von 1982 bis 2002 in Hamburg ohne geschlossene Heime und aktuell die Koordinierungsstelle individuelle Unterbringung in Hamburg. Seit ihrem Bestehen im April 2014 konnte sie jede geplante geschlossene Unterbringung verhindern, indem sie zusammen mit den betroffenen Menschen sinnvolle Alternativen gefunden und entwickelt hat.

Wir als Fachleute streiten dafür, die Geschlossene Unterbringung in Deutschland ersatzlos abzuschaffen. Erziehung ist nur in Freiheit möglich!

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